Übernachten in einer Lagerhalle

Submitted by Toralf on April 28, 2008 - 2:41am.

Ich habe einen Bekannten, der sich mit dem Umbau einer Lagerhalle inform einer Suppenküche extrem für Menschen in Not engagierte. Der Ansturm war enorm und es gab unglaublich viele Obdachlose, die gerne übernachten wollten. Meinem Bekannten kam damit eine neue Idee – beziehungsweise, er konnte seine Idee ausbauen.
Zuerst mussten weitere Lagerhallen her. Er ging zum Vermieter seiner Lagerhalle und erkundigte sich, ob er noch mehr Lagerhallen haben dürfte. Er konnte in paar Einnahmen generieren. Jeder, der zum Essen kam, musste pro Tag einen Euro zahlen; schließlich musste die Miete der Lagerhalle gesichert sein.
Ich vermute, nicht nur aus Nächstenliebe, sondern auch um als netter Mensch zu gelten, hat der Vermieter die Miete leicht gedrückt. Damit konnte er meinem Bekannten weitere Lagerhallen in der Nähe anbieten. Dieser freute sich extrem, dass es noch Menschen gab, die sich um das Wohl anderer sorgen. Meinem Einwand, dass das natürlich positive Publicity gäbe, schenkte mein Bekannter keine Beachtung. Wobei die Beweggründe wahrlich egal sind; Hauptsache, er kann helfen.
Ich selbst konnte das Projekt auch ein wenig unterstützen, indem ich aktiv Sponsoren gesucht habe, die uns mit finanziellen Mitteln und mit der Ausstattung der Lagerhallen helfen wollten. Schlafsäcke, Zahnbürsten, Handtücher und alles weitere, was wir zum helfen brauchten, suchten wir uns zusammen.
Neben der Lagerhalle inform einer Suppenküche kam die Lagerhalle zum schlafen hinzu. Wir entwickelten fast ein Lagerhallen Dorf – jeder kannte jeden und es entwickelten sich Freund- aber leider auch Feindschaften. Ein ganz eigenes Leben mit sehr eigenen Menschen wurde durch meinen Bekannten aufgebaut.